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Fundstück: „Der Sieg der Moral“

Quelle: Jugend – Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben, 7. Jg. 1902, S. 891

Die Zeitschrift »Jugend« erschien von 1896 bis 1940 in München und gab einer ganzen künstlerischen und gewerblichen Stilrichtung nicht nur den Namen „Jugendstil“, sie bot auch zahlreichen Künstlern und Schriftstellern eine Plattform, wobei die Texte sich vielfach kritisch und satirisch mit den Zeitströmungen wie z.B. dem Muckertum auseinandersetzten. Wie das konkret ausfiel, lässt sich am obigen Beispiel aus Siegen ablesen: Zunächst im Wortlaut die Meldung zu der Stellung bezogen wird, anschließend die Kommentierung, die hier in Versform vorgebracht wird.
Über den Verfasser des Gedichts »Der Sieg der Moral« ist folgendes bekannt. Das Namenskürzel A.D.N. steht für den Künstlernamen A. De Nora. Dahinter verbirgt sich wiederum Anton Alfred Noder, der mit über 1000 Beiträgen in der Zeitschrift »Jugend« vertreten ist und mit zu den Hauptautoren der Zeitschrift bis ca. 1930 zählte.
Anton Alfred Noder wurde am 29. Juli 1864 in München geboren und starb am 7. Mai 1936. Nach dem Besuch der Schule studierte Noder in München Medizin und promovierte in dem Fach, ließ sich zunächst als Arzt in Türkheim nieder, ab 1910 praktizierte er in München. Seit 1896 betätigte sich Noder zunehmend schriftstellerisch. Neben Gedichten und Novellen verfasste er auch Romane und seine Lebenserinnerungen.

B.D.Plaum

Literatur:
Zur Zeitschrift:
Maria Effinger, Jugend – Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben – digital, http://www.ub.uni-heidelberg.de/helios/fachinfo/www/kunst/digilit/artjournals/jugend.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Jugend_(Zeitschrift)
http://www.jugend-wochenschrift.de/index.php?id=25 (Digitalisat)
Zur Person:
https://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Noder
http://bruemmer.staatsbibliothek-berlin.de/nlbruemmer/autorenregister/transkription.php?id=39&page=1

Siegener Forum

Das „gemuurde Hus“ auf einer Fotografie um 1910. Vorlage: Stadtarchiv Siegen

Christian Brachthäuser, Stadtarchiv Siegen:

Das „gemuurde Hus“ auf der Hammerhütte – ein mittelalterlicher Wachtturm? Eine burgenkundliche Untersuchung

Die Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird sich am Donnerstag, den 7. Dezember 2017, mit einem rätselhaften Gebäude im Siegener Stadtgebiet beschäftigen. Das sogenannte „gemauerte Haus“ in dem 1417 erstmals urkundlich erwähnten Vorort Hammerhütte soll angeblich schon im Spätmittelalter errichtet worden sein. Historiker und Burgenforscher rätseln seit Jahrzehnten über die Bedeutung des 1946 zerstörten Anwesens. Der quadratische Grundriss, ein historischer Tonnengewölbekeller, mächtige Mauern und die einst mit Eisengittern gesicherten Fensteröffnungen könnten für ein Gebäude mit wehrhaftem Charakter sprechen. Siegener Forum weiterlesen

Siegener Forum

Klaus Merklein, Siegen:

Gedenkstätten und Erinnerungsorte nationalsozialistischer und kommunistischer Verbrechen in Polen: ein Reisebericht in Bildern

Die neue Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird sich am 16. November 2017 um 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter den Schauplätzen nationalsozialistischer und kommunistischer Verbrechen in Polen widmen. In dem bebilderten Reisebericht von Klaus Merklein werden ausgewählte Gedenkstätten und Erinnerungsorte gezeigt und eingehend beschrieben. Auch die von der seit 2015 im Amt befindlichen national-konservativen Regierung in Warschau angestrebten und zum Teil bereits umgesetzten Veränderungen in der Erinnerungskultur werden erläutert. Siegener Forum weiterlesen

Siegener Forum

Das Kreishaus in Siegen auf einer Ansichtskarte mit Laufzeit November 1906 (Vorlage: Stadtarchiv Siegen)

Dr. Bernd D. Plaum, Freudenberg:

Orte – Personen – Themen: 200 Jahre Geschichte des Altkreises Siegen

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird der Dr. Bernd D. Plaum am Donnerstag, den 8. Juni 2017, um 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter die Wirkungsstätten der Kreisverwaltung und ihrer leitenden Personen (Landräte) in den Blickpunkt des Jubiläums „200 Jahre Kreis Siegen und Wittgenstein“ rücken. Damit wird nicht nur die Geschichte des ehemaligen Kreises Siegen skizziert, sondern fernab der gängigen Schwerpunkte der regionalen Geschichtsschreibung (wie Hauberg und Bergbau) in anschaulicher Weise auch unbekannte Aspekte und Akteure der jeweiligen Verwaltungstätigkeiten vorgestellt. Die nachgezeichneten politischen Strukturen und Entwicklungen bieten wertvolle Einblicke in den Lebensalltag der Menschen. So sah sich das Siegener Landratsamt bereits 1895 mit den Beschwerden Gosenbacher Arbeiter konfrontiert, die Umweltzerstörungen und gesundheitliche Beeinträchtigungen wegen der Rauchgase in ihren Arbeitsstätten beklagten. Siegener Forum weiterlesen

Siegener Forum

Louis Ernst auf einem 1866 angefertigten Porträt als Soldat (Vorlage: Familie Ernst, Frechen)

Ludwig Burwitz, Siegen; Olaf Wagener, Kreuztal; Armin Nassauer, Siegen:

Die Kugeln flogen und pfiffen derart um den Kopf herum…“ – Die Feldpostbriefe des Siegener Bürgers Dr. Louis Ernst aus dem Preußisch-Österreichischen Krieg 1866

Der so genannte „deutsche Krieg“ zwischen Preußen und seinen Verbündeten auf der einen und Österreich und seinen Bundesgenossen auf der anderen Seite steht im Mittelpunkt der kommenden Veranstaltung der Vortragsreihe „Siegener Forum“. Während des Feldzugs hielt der Siegener Bürger Dr. Louis Ernst seine Angehörigen in der Heimat durch regelmäßige ausführliche Berichte auf dem Laufenden. Etwa jeden zweiten Tag verfasst Ernst einen Brief, insgesamt über fünfzig während der viermonatigen Kampagne. Nach seiner Rückkehr bindet er diese zu einem Buch, seiner persönlichen Kriegschronik. Rund 150 Jahre später findet der Siegener Antiquar Armin Nassauer dieses Büchlein und überträgt die handgeschriebenen Briefe in eine dem heutigen Zeitgenossen vertrautere (Computer-) Schrift. 2016 haben die drei Referenten die Briefe, die heute im Kreisarchiv verwahrt werden, als Buch herausgegeben.

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Siegener Forum

Wilhelm „der Reiche“ Graf zu Nassau, Katzenelnbogen, Vianden und Diez (1487-1559). Vorlage: Stadtarchiv Siegen

Dr. Tim Elkar (Erndtebrück):

Wie die Reformation ins Siegerland kam

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird der aus Wilgersdorf stammende Pfarrer Dr. Tim Elkar von der evangelischen Kirchengemeinde Erndtebrück nachzeichnen, wie die Reformation ins Siegerland kam. Der Beitrag zum Reformationsjubiläum 2017 wird zunächst die historische Ausgangslage im Siegerland vor Einführung der Reformation erläutern und in einer vergleichenden Betrachtung darlegen, wie die kirchliche Erneuerungsbewegung in anderen Landesteilen in Westfalen abgelaufen ist. Wie der Referent ausführen wird, ist die Reformation immer prozesshaft gewesen und niemals ein rein punktuelles, singuläres Ereignis – so auch im Amt Siegen. Hier zeichnete Landesherr Wilhelm „der Reiche“ Graf zu Nassau, Katzenelnbogen, Vianden und Diez (1487-1559) als zentrale Figur für die Einführung der lutherischen Reformation verantwortlich. Auch im Siegerland war die Reformation ein religiöser Prozess aus vielen Einzelereignissen und Protagonisten. Unter Johann VI. Graf zu Nassau (1536-1606) wandte sich das Siegerland dann dem Reformiertentum zu. Pfarrer Elkar wird die Reformation jedoch nicht nur aus dem Blickwinkel der Landesherrschaft betrachten, sondern auch ihre Bedeutung für die Volksfrömmigkeit hinterfragen. Wie lässt sich die Reformation im alltäglichen Leben der Menschen nachweisen? Abschließend wird sich Pfarrer Elkar der Frage zuwenden, was nach 500 Jahren Reformation geblieben ist, und bei Bedarf gerne für eine Diskussionsrunde zur Verfügung stehen. Siegener Forum weiterlesen

Siegener Forum

Originaladresszettel an Inge Frank (oben), deportiert nach Zamosc (Vorlage: Traute Fries)

Traute Fries, Siegen:

Reise ohne Rückkehr – Erste Deportation von Siegerländer und Wittgensteiner Juden vor 75 Jahren

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird Traute Fries am Donnerstag, den 16. März 2017, um 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter über die ersten Deportationen jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Siegerland und Wittgenstein vor 75 Jahren referieren.

Bereits am 1. März 2008 befasste sich der Workshop „Reise nach Zamosc – Reise in den Tod“ in der Dortmunder Mahn- und Gedenkstätte Steinwache mit der Aufarbeitung der Deportation von rund 800 südwestfälischen Juden Ende April/Anfang Mai 1942. Historiker, Archivare und interessierte Laien trugen Kenntnisse und Dokumente aus ihren Regionen bei. Aus Siegen nahmen Traute Fries und Klaus Dietermann, aus Bad Berleburg Gisela Weissinger teil. Das Workshop-Team hatte sich vorgenommen, nach Möglichkeit alle Namen der Deportierten sowie Fotos und Dokumente in einem Gedenkbuch zusammenzufassen. Die Recherchen ergaben, dass 768 von 791 Deportierten und Ermordeten namentlich identifiziert werden konnten. Rechtzeitig vor dem 70. Jahrestag erschien als Ergebnis der Forschungen im Januar 2012 im Klartext-Verlag das Buch „Ohne Rückkehr – die Deportation der Juden aus dem Regierungsbezirk Arnsberg nach Zamosc im April 1942“. Siegener Forum weiterlesen

Siegener Forum

Titelseite der Originalausgabe von Stahlschmidts Reisebericht von 1799 (Vorlage: Thomas Ijewski)

Thomas Ijewski (Freudenberg):

Johann Christian Stahlschmidt (1740-1826) und seine „Pilgerreise zu Wasser und zu Lande“ (1799)

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird sich der Freudenberger Pastor Thomas Ijewski mit der Pilgerreise eines Siegerländer Pietisten nach Asien beschäftigen. Vor rund 275 Jahren, am 3. März 1740, wurde der Freudenberger Johann Christian Stahlschmidt geboren. Er hatte Kontakt zu frommen Kreisen, die sich von der Kirche entfernt hatten. Darüber kam es zum Streit mit seinem Vater, und der 19jährige floh aus seinem Elternhaus. In Amsterdam heuerte er auf einem Segelschiff an und reiste nach Südostasien, Indien und China. Dort ritt er auf Elefanten, beobachtete Hindu-Prozessionen und überlebte Stürme und sogar eine Meuterei. Später lebte er als Prediger in Nordamerika. Zwischenzeitlich knüpfte er enge Kontakte zu dem Mystiker und Kirchenlieddichter Gerhard Tersteegen (1697-1769), baute Webstühle und Globen und gründete mit anderen die Elberfelder Missionsgesellschaft.  Sein 1799 erschienenes Buch „Die Pilgerreise zu Wasser und zu Lande“ wurde zu einem europäischen Bestseller der Erweckungsbewegung, mit Ausgaben auf Niederländisch und Englisch. Siegener Forum weiterlesen