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Siegener Forum

Dr. Georg Ufer (1900-1989) während des Zweiten Weltkriegs. Vorlage: Dr. Thomas A. Bartolosch

Dr. Thomas Bartolosch (Betzdorf)

Dr. Georg Ufer (1900-1989) – ein Geologe des Siegerländer Erzbergbaus als einer der „Gerechten unter den Völkern“ in der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem

In einer biografischen Annäherung zeichnet Dr. Thomas Bartolosch das Leben des Geologen Dr. Georg Ufer nach. Dieser war während des Zweiten Weltkrieges als Lagerstättenkundler für die Firma Krupp sowie als technischer Kriegsverwaltungsrat für die Wehrmacht auf dem Balkan tätig. Dort rettete Ufer dem französischen Juden Josef Pozwolski das Leben, indem er ihn in den Jahren 1941 und 1942 zweimal vor dem Zugriff nationalsozialistischer Häscher schützte und ihn ins rettende Albanien brachte, wo dieser den Zweiten Weltkrieg überlebte. Für seine riskante Rettung Pozwolskis, die Georg Ufer das Leben hätte kosten können, wurde er 1980 von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt. In Israel durfte er am 12. Dezember 1980 in der „Allee der Gerechten“ der Holocaust-Gedenkstätte ein Johannisbrot-Bäumchen pflanzen, an dem ein Schild mit seinem Namen hängt. Außer der genannten Ehrung wurde Georg Ufer im Jahr 1981 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Nach seinem Tod am 27. August 1989 wurde sein Name posthum auf einer Gedenktafel verewigt, die sich im Holocaust-Memorial-Center in Washington befindet. Siegener Forum weiterlesen

Siegener Forum

Protestkundgebung in Holzhausen am 12. August 1932 während der Beisetzung des ersten Opfers des nationalsozialistischen Terrors im Siegerland. Der Sozialdemokrat Siegfried Betz war am 25. Juli 1932 von der SA angeschossen worden und erlag am 8. August 1932 seinen Verletzungen (Vorlage: Heimatverein Holzhausen).

Dr. Ulrich F. Opfermann / Torsten Thomas:

Widerspruch und Widerstand im Nationalsozialismus“

Mit einem zeitgeschichtlichen Thema setzt sich die nächste Veranstaltung der Vortragsreihe „Siegener Forum“ am Donnerstag, den 19. April 2018, um 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter auseinander. Der Regionalhistoriker Dr. Ulrich F. Opfermann wird dann zusam-men mit Torsten Thomas ein Internet-projekt vorstellen, das die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Siegerland-Wittgenstein erstellt hat. Siegener Forum weiterlesen

Siegener Forum

Dr. Jürgen Nelles, Bonn:

Das „Dritte Reich“ im Kriminalroman der Gegenwart

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ geht es am Donnerstag, den 15. März 2018, um ein viel beachtetes und keineswegs nur literarisches Thema: Das „Dritte Reich“ im Kriminalroman der Gegenwart.

So stehen die Aufklärung von Verbrechen und die Aufarbeitung von Vergangenheit im Mittelpunkt der ebenso erfolgreichen wie spannenden Kriminalromane von deutschsprachigen Autorinnen und Autoren wie Frank Goldammer, Volker Kutscher und Ferdinand von Schirach, aber auch des Briten Philip Kerr, des Polen Marek Krajewski oder der französischen Schriftstellerin Dominique Manotti.
Die von den Schriftstellern dargestellten – authentischen oder fiktiven – Kriminalfälle spielen zwischen 1930 und 1945 vor dem Hintergrund der damaligen politischen, sozialen und kulturellen Verhältnisse. Der mit vielen Fotografien bebilderte Vortrag von Dr. Jürgen Nelles zeigt, wie in der Gegenwart ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte in einem populären Genre verarbeitet und aufgearbeitet wird.
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Fundstück: Integration durch Karneval?

Bürgergesellschaft, Stadtarchiv Siegen, Bestand Fotosammlung

1912 beging der Siegener Bezirksverein des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) in der Karnevalszeit sein alljährliches «Winterfest» in der Bürgergesellschaft in Siegen. Bemerkenswert daran waren die Vorgaben, die den Mitgliedern und ihren Angehörigen zu diesem Fest gemacht wurden. In der Rahmenhandlung eines Jahrmarktes sollten die teilnehmenden Damen und Herren vornehmlich in Siegerländer Trachten wie Bauer und Bäuerin, Handwerker oder Berg- und Hüttenmann erscheinen. Ihnen stand es aber auch frei als Sommerfrischler, als Künstler und Wandervogel, als Student oder Urlauber an dem Siegener «Jahrmarkt» teilzunehmen.

Siegener Zeitung v. 3.2.1912

Was bewog den VDI dazu, diese Vorgaben zu machen, um für die Teilnehmer «Amüsement» und «fröhliche Srunden» zu erzielen. Verband der VDI damit für seine zumeist zugereisten Mitglieder zugleich das hintersinnige Ziel, sich den aus ihrer Sicht «exotischen Einheimischen» auf «spielerische» Weise anzunähern. Schlüpften die Teilnehmer durch Verkleidung in eine für sie fremde Rolle und lebten sie diese für einige Stunden auf dem Feste aus? Oder bestand das «Amüsement» gerade darin, die kulturellen Unterschiede zwischen «Siegerländern» und dem als solchen verkleideten Zugereisten noch stärker zu betonen und die Differenzen hervorzuheben?

Antworten auf diese Fragen werden wir wohl nie erhalten. Die Geschichte des VDI ist lückenhaft und nur durch wenige eigene Quellen belegbar. Vielleicht gibt es neben den Zeitungsmeldungen mit den Ankündigungen zu den offiziellen Veranstaltungen wie Jahresversammlungen und Vorträgen oder den Stiftungs- und sonstigen Festen (s.o.) noch private Aufzeichnungen, die bislang für eine Geschichte des VDI nicht genutzt worden sind. Derartige alljährliche festliche Aktivitäten waren stets neben den «offiziellen» Vereinsterminen integrale Bestandteile des Vereinslebens und damit der Geschichte des VDI.

Bernd D. Plaum

Siegener Forum

Die Brüder Wilhelms I. von Oranien, die Grafen Johann VI., Ludwig, Adolf und Heinrich, um 1633-35 (Rijksmuseum Amsterdam)

Prof. Dr. Holger Thomas Gräf (Marburg):

Ins Bild gesetzt – Porträts und ihre Bedeutung für Dynastie und Politik der Oranier

Einem besonderen kunsthistorischen Thema wird sich die neue Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ am Donnerstag, den 15. Februar 2018, widmen. Professor Holger Th. Gräf (Marburg) wird dann um 18.30 Uhr im Stadtarchiv Siegen die Bedeutung von Porträtgemälden für Dynastie und Politik der Oranier untersuchen.

Nach wie vor dienen zeitgenössische Porträts den Historikern meist dazu, ihren Protagonisten im Wortsinne „ein Gesicht zu geben“. Das heißt, ihnen wird in der Geschichtsschreibung lediglich eine eher illustrierende Rolle eingeräumt. In der kunsthistorischen Forschung werden hingegen der Entstehungszusammenhang, die Auftraggeber, die Einordnung in die jeweils zeitüblichen Darstellungskonventionen und gegebenenfalls auch die ursprüngliche Zurschaustellung der Gemälde in Schlössern oder öffentlichen Gebäuden und damit ihre repräsentative Funktion stärker berücksichtigt. Hier nun setzt der Vortrag an. Anhand unterschiedlicher Porträttypen (Herrscher- bzw. Staatsporträts, Gruppenporträts, Militär- und Feldherrnporträts, Reiterporträts und exotische Porträts) wird deren zeitspezifischer Entstehungszusammenhang und ihre daraus resultierende Funktion für die Dynastie und Politik der Oranier in den Niederlanden und den nassauischen Grafschaften dargestellt. Siegener Forum weiterlesen

Fundstück: „Der Sieg der Moral“

Quelle: Jugend – Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben, 7. Jg. 1902, S. 891

Die Zeitschrift »Jugend« erschien von 1896 bis 1940 in München und gab einer ganzen künstlerischen und gewerblichen Stilrichtung nicht nur den Namen „Jugendstil“, sie bot auch zahlreichen Künstlern und Schriftstellern eine Plattform, wobei die Texte sich vielfach kritisch und satirisch mit den Zeitströmungen wie z.B. dem Muckertum auseinandersetzten. Wie das konkret ausfiel, lässt sich am obigen Beispiel aus Siegen ablesen: Zunächst im Wortlaut die Meldung zu der Stellung bezogen wird, anschließend die Kommentierung, die hier in Versform vorgebracht wird.
Über den Verfasser des Gedichts »Der Sieg der Moral« ist folgendes bekannt. Das Namenskürzel A.D.N. steht für den Künstlernamen A. De Nora. Dahinter verbirgt sich wiederum Anton Alfred Noder, der mit über 1000 Beiträgen in der Zeitschrift »Jugend« vertreten ist und mit zu den Hauptautoren der Zeitschrift bis ca. 1930 zählte.
Anton Alfred Noder wurde am 29. Juli 1864 in München geboren und starb am 7. Mai 1936. Nach dem Besuch der Schule studierte Noder in München Medizin und promovierte in dem Fach, ließ sich zunächst als Arzt in Türkheim nieder, ab 1910 praktizierte er in München. Seit 1896 betätigte sich Noder zunehmend schriftstellerisch. Neben Gedichten und Novellen verfasste er auch Romane und seine Lebenserinnerungen.

B.D.Plaum

Literatur:
Zur Zeitschrift:
Maria Effinger, Jugend – Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben – digital, http://www.ub.uni-heidelberg.de/helios/fachinfo/www/kunst/digilit/artjournals/jugend.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Jugend_(Zeitschrift)
http://www.jugend-wochenschrift.de/index.php?id=25 (Digitalisat)
Zur Person:
https://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Noder
http://bruemmer.staatsbibliothek-berlin.de/nlbruemmer/autorenregister/transkription.php?id=39&page=1

Siegener Forum

Das „gemuurde Hus“ auf einer Fotografie um 1910. Vorlage: Stadtarchiv Siegen

Christian Brachthäuser, Stadtarchiv Siegen:

Das „gemuurde Hus“ auf der Hammerhütte – ein mittelalterlicher Wachtturm? Eine burgenkundliche Untersuchung

Die Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird sich am Donnerstag, den 7. Dezember 2017, mit einem rätselhaften Gebäude im Siegener Stadtgebiet beschäftigen. Das sogenannte „gemauerte Haus“ in dem 1417 erstmals urkundlich erwähnten Vorort Hammerhütte soll angeblich schon im Spätmittelalter errichtet worden sein. Historiker und Burgenforscher rätseln seit Jahrzehnten über die Bedeutung des 1946 zerstörten Anwesens. Der quadratische Grundriss, ein historischer Tonnengewölbekeller, mächtige Mauern und die einst mit Eisengittern gesicherten Fensteröffnungen könnten für ein Gebäude mit wehrhaftem Charakter sprechen. Siegener Forum weiterlesen

Siegener Forum

Klaus Merklein, Siegen:

Gedenkstätten und Erinnerungsorte nationalsozialistischer und kommunistischer Verbrechen in Polen: ein Reisebericht in Bildern

Die neue Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird sich am 16. November 2017 um 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter den Schauplätzen nationalsozialistischer und kommunistischer Verbrechen in Polen widmen. In dem bebilderten Reisebericht von Klaus Merklein werden ausgewählte Gedenkstätten und Erinnerungsorte gezeigt und eingehend beschrieben. Auch die von der seit 2015 im Amt befindlichen national-konservativen Regierung in Warschau angestrebten und zum Teil bereits umgesetzten Veränderungen in der Erinnerungskultur werden erläutert. Siegener Forum weiterlesen

Siegener Forum

Das Kreishaus in Siegen auf einer Ansichtskarte mit Laufzeit November 1906 (Vorlage: Stadtarchiv Siegen)

Dr. Bernd D. Plaum, Freudenberg:

Orte – Personen – Themen: 200 Jahre Geschichte des Altkreises Siegen

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird der Dr. Bernd D. Plaum am Donnerstag, den 8. Juni 2017, um 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter die Wirkungsstätten der Kreisverwaltung und ihrer leitenden Personen (Landräte) in den Blickpunkt des Jubiläums „200 Jahre Kreis Siegen und Wittgenstein“ rücken. Damit wird nicht nur die Geschichte des ehemaligen Kreises Siegen skizziert, sondern fernab der gängigen Schwerpunkte der regionalen Geschichtsschreibung (wie Hauberg und Bergbau) in anschaulicher Weise auch unbekannte Aspekte und Akteure der jeweiligen Verwaltungstätigkeiten vorgestellt. Die nachgezeichneten politischen Strukturen und Entwicklungen bieten wertvolle Einblicke in den Lebensalltag der Menschen. So sah sich das Siegener Landratsamt bereits 1895 mit den Beschwerden Gosenbacher Arbeiter konfrontiert, die Umweltzerstörungen und gesundheitliche Beeinträchtigungen wegen der Rauchgase in ihren Arbeitsstätten beklagten. Siegener Forum weiterlesen