Archiv der Kategorie: Ausstellung

Geschichtswerkstatt Siegen

In eigener Sache:

Jahreshauptversammlung und

Ausstellung „Siegen an der Heimatfront“

Etwas verspätet fand jetzt die Jahreshauptversammlung der Geschichtswerkstatt Siegen – Arbeitskreis für Regionalgeschichte e.V. für das Jahr 2015 statt. In Abwesenheit des Vorsitzenden Dr. Bernd D. Plaum erklärte der stellvertretende Vorsitzende Ludwig Burwitz den zahlreich erschienenen Mitgliedern die Verzögerung mit der Beanspruchung des Vereins durch die Organisation der Ausstellung „Siegen an der Heimatfront 1914-1918: Weltkriegsalltag in der Provinz“. In seinem Rechenschaftsbericht würdigte der Vorstand neben anderen Aktivitäten insbesondere die Herausgabe des 20. Jahrbuches „Siegener Beiträge“, das wegen der Vielfalt zum Teil wenig bekannter Themen im vergangenen Herbst besonders guten Zuspruch durch die Interessierten an der Regionalgeschichte erfahren habe.

Aufgrund der langjährigen Vorbereitungen nahm natürlich der Bericht über die soeben mit großem Erfolg zu Ende gegangene Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im Siegerlandmuseum einen besonders breiten Raum ein. Geschichtswerkstatt Siegen weiterlesen

Ausstellung: „Siegen an der Heimatfront“

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung „Siegen an der „Heimatfront“ 1914-1918: Weltkriegsalltag in der Provinz“ im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss.

Nach der erfolgreichen Eröffnung der Ausstellung zum Ersten Weltkrieg am 17. April 2016 im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss laden die Organisatoren recht herzlich zu öffentlichen Führungen ein! Folgende Termine stehen jeweils um 14.00 Uhr beginnend zur Auswahl:

Donnerstag, 5. Mai 2016

Sonntag, 8. Mai 2016

Sonntag, 15. Mai 2016

Sonntag, 29. Mai 2016

Sonntag, 5. Juni 2016

Sonntag, 12. Juni 2016

Sonntag, 19. Juni 2016 Ausstellung: „Siegen an der Heimatfront“ weiterlesen

Ausstellung „Heimatfront 1914-1918“

„Was lange währt, wird endlich gut“ – dieser Satz dürfte auch für die Ausstellung „Siegen an der Heimatfront 1914-1918: Weltkriegsalltag in der Provinz“ gelten, die von Geschichtswerkstatt Siegen e.V. und dem Stadtarchiv Siegen gemeinsam vom 17. April bis 19. Juni 2016 im Siegerlandmuseum im Oberen Schlosses zu Siegen gezeigt wird.

Nachdem Finanzierungs- und Raumfragen geklärt sind, stehen die Ausstellungsmacher nun in den Startlöchern. Das große öffentliche Interesse und die Vielzahl der zur Verfügung gestellten Exponate führen dazu, dass das gesamte Projekt inhaltlich weiter gefasst werden kann. Die Exponate stammen größtenteils von Privatpersonen aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein. Gemeinsam mit Plakaten, Flugblättern, Karten, Fotografien, Dokumenten und Zeitungen aus den Beständen des Stadtarchivs Siegen und anderer Kultureinrichtungen unserer Region bilden sie die Basis für die Ausstellung.

Auszug des Reserve-Infanterieregiment 81 während der Mobilmachung im August 1914 (Vorlage: Stadtarchiv Siegen)
Auszug des Reserve-Infanterieregiment 81 während der Mobilmachung im August 1914 (Vorlage: Stadtarchiv Siegen)

In der Ausstellung werden die verschiedenen Realitätsebenen und Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf das öffentliche Leben am Beispiel von Stadt und Land Siegen publikumswirksam dokumentiert. „Das Raumangebot im Siegerlandmuseum ist hervorragend geeignet, um die Themenschwerpunkte für alle Altersgruppen attraktiv zu veranschaulichen“, so die Veranstalter. Die Visualisierungsebenen umfassen fünf Stationen: Angefangen von der Mobilmachung bis zum Kriegsende und der Novemberrevolution von 1918.

Daneben werden die Wahrnehmungsebenen von Kindern, Jugendlichen, Frauen und Männern dargestellt. Frühzeitig durch die Kriegspropaganda gedrillt, wurde selbst die heranwachsende Generation in jungen Jahren instrumentalisiert und auf den „Großen Vaterländischen Krieg“ vorbereitet. Der Eintritt in militärische Jugendverbände oder Schulausfall durch Laubheusammlungen in den heimischen Wäldern waren die Folge.

Granatdreherin Fa. Oechelhäuser 1917, 600dpi_klein
Fabrikarbeiterin in der Granatenproduktion der Firma „Siegener Maschinenbau A.G., vorm. A. u. H. Oechelhäuser“, 1917 (Vorlage: Stadtarchiv Siegen)

Auch die geschlechterspezifische Rolle der Frau wird herausgearbeitet. Während die Ehemänner in den Schützengraben ihre Leben riskierten, oblag es den Frauen u.a. in der Rüstungsindustrie, für den Broterwerb zu sorgen und die Familie mit Großeltern und Kleinkindern zu ernähren.

Eine weitere Themenstation bildet die Sektion „Männer“. Als „Kriegsheld“ wird der hochdekorierte Siegener Fliegerleutnant Heinrich Gontermann (1896-1917) porträtiert. Alltag und Konfliktsituationen in den Siegener Lazaretten und Krankenhäusern, wo Tod und Elend herrschten, werden dazu in Kontrast gesetzt. Auch an das traurige Schicksal der Kriegsgefangenen wird erinnert. Und zum Ende der Ausstellung geht es um die im Felde gefallenen „Söhne des Siegerlands“, zu deren Ehren nach Kriegsende im gesamten Kreis Siegen Ehrendenkmäler errichtet werden sollten.

„Für die Betrachter eröffnen sich dadurch unterschiedliche Perspektiven auf den Kriegsalltag an der Heimatfront im Siegerland. Die von 1914 bis 1918 zu beobachtende Änderung von Einstellungen, Empfindungen und Verhaltensweisen innerhalb der Bevölkerung belegen, dass der Erste Weltkrieg als viel näher empfunden wurde, als weithin angenommen“, betonen Geschichtswerkstatt und Stadtarchiv.

Felix Fechenbach

Ulrich Opfermann beschäftigte sich in den Siegener Beiträgen 17, 2012, S. 223-246 mit Paula Fechenbach und Robert Jagusch. Zu Paulas Cousin Felix (s. S. 227-228) hier zwei Hinweise für Interessierte:

1. Im Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe findet vom 11. Februar bis zum 31. März 2016 eine Ausstellung zu „Felix Fechenbach – Die Geschichte eines Demokraten und politisch Verfolgten“ statt. Veranstalter sind das Landesarchiv NRW Abteilung OWL und das Stadtarchiv Detmold, Willi-Hofmann-Straße 2, Detmold und

2. im Rahmen der Ausstellung spricht am 14. März 2016 Dr. Bärbel Sunderbrink, Stadtarchiv Detmold, über „Der Junge Revolutionär Felix Fechenbach in München 1918/19“.