Siegener Forum

Wilhelm „der Reiche“ Graf zu Nassau, Katzenelnbogen, Vianden und Diez (1487-1559). Vorlage: Stadtarchiv Siegen

Dr. Tim Elkar (Erndtebrück):

Wie die Reformation ins Siegerland kam

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird der aus Wilgersdorf stammende Pfarrer Dr. Tim Elkar von der evangelischen Kirchengemeinde Erndtebrück nachzeichnen, wie die Reformation ins Siegerland kam. Der Beitrag zum Reformationsjubiläum 2017 wird zunächst die historische Ausgangslage im Siegerland vor Einführung der Reformation erläutern und in einer vergleichenden Betrachtung darlegen, wie die kirchliche Erneuerungsbewegung in anderen Landesteilen in Westfalen abgelaufen ist. Wie der Referent ausführen wird, ist die Reformation immer prozesshaft gewesen und niemals ein rein punktuelles, singuläres Ereignis – so auch im Amt Siegen. Hier zeichnete Landesherr Wilhelm „der Reiche“ Graf zu Nassau, Katzenelnbogen, Vianden und Diez (1487-1559) als zentrale Figur für die Einführung der lutherischen Reformation verantwortlich. Auch im Siegerland war die Reformation ein religiöser Prozess aus vielen Einzelereignissen und Protagonisten. Unter Johann VI. Graf zu Nassau (1536-1606) wandte sich das Siegerland dann dem Reformiertentum zu. Pfarrer Elkar wird die Reformation jedoch nicht nur aus dem Blickwinkel der Landesherrschaft betrachten, sondern auch ihre Bedeutung für die Volksfrömmigkeit hinterfragen. Wie lässt sich die Reformation im alltäglichen Leben der Menschen nachweisen? Abschließend wird sich Pfarrer Elkar der Frage zuwenden, was nach 500 Jahren Reformation geblieben ist, und bei Bedarf gerne für eine Diskussionsrunde zur Verfügung stehen. Siegener Forum weiterlesen

Siegener Forum

Originaladresszettel an Inge Frank (oben), deportiert nach Zamosc (Vorlage: Traute Fries)

Traute Fries, Siegen:

Reise ohne Rückkehr – Erste Deportation von Siegerländer und Wittgensteiner Juden vor 75 Jahren

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird Traute Fries am Donnerstag, den 16. März 2017, um 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter über die ersten Deportationen jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Siegerland und Wittgenstein vor 75 Jahren referieren.

Bereits am 1. März 2008 befasste sich der Workshop „Reise nach Zamosc – Reise in den Tod“ in der Dortmunder Mahn- und Gedenkstätte Steinwache mit der Aufarbeitung der Deportation von rund 800 südwestfälischen Juden Ende April/Anfang Mai 1942. Historiker, Archivare und interessierte Laien trugen Kenntnisse und Dokumente aus ihren Regionen bei. Aus Siegen nahmen Traute Fries und Klaus Dietermann, aus Bad Berleburg Gisela Weissinger teil. Das Workshop-Team hatte sich vorgenommen, nach Möglichkeit alle Namen der Deportierten sowie Fotos und Dokumente in einem Gedenkbuch zusammenzufassen. Die Recherchen ergaben, dass 768 von 791 Deportierten und Ermordeten namentlich identifiziert werden konnten. Rechtzeitig vor dem 70. Jahrestag erschien als Ergebnis der Forschungen im Januar 2012 im Klartext-Verlag das Buch „Ohne Rückkehr – die Deportation der Juden aus dem Regierungsbezirk Arnsberg nach Zamosc im April 1942“. Siegener Forum weiterlesen

Siegener Forum

Titelseite der Originalausgabe von Stahlschmidts Reisebericht von 1799 (Vorlage: Thomas Ijewski)

Thomas Ijewski (Freudenberg):

Johann Christian Stahlschmidt (1740-1826) und seine „Pilgerreise zu Wasser und zu Lande“ (1799)

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird sich der Freudenberger Pastor Thomas Ijewski mit der Pilgerreise eines Siegerländer Pietisten nach Asien beschäftigen. Vor rund 275 Jahren, am 3. März 1740, wurde der Freudenberger Johann Christian Stahlschmidt geboren. Er hatte Kontakt zu frommen Kreisen, die sich von der Kirche entfernt hatten. Darüber kam es zum Streit mit seinem Vater, und der 19jährige floh aus seinem Elternhaus. In Amsterdam heuerte er auf einem Segelschiff an und reiste nach Südostasien, Indien und China. Dort ritt er auf Elefanten, beobachtete Hindu-Prozessionen und überlebte Stürme und sogar eine Meuterei. Später lebte er als Prediger in Nordamerika. Zwischenzeitlich knüpfte er enge Kontakte zu dem Mystiker und Kirchenlieddichter Gerhard Tersteegen (1697-1769), baute Webstühle und Globen und gründete mit anderen die Elberfelder Missionsgesellschaft.  Sein 1799 erschienenes Buch „Die Pilgerreise zu Wasser und zu Lande“ wurde zu einem europäischen Bestseller der Erweckungsbewegung, mit Ausgaben auf Niederländisch und Englisch. Siegener Forum weiterlesen

Ausstellung 1. Weltkrieg

Ausstellungsflyer

Front und „Heimatfront“ – Regionale Aspekte des Ersten Weltkriegs

Das Aktive Museum Südwestfalen in Siegen, Obergraben 10, zeigt vom 29. Januar bis 26. März 2017 die oben genannte Ausstellung. Diese wurde gemeinsam vom Stadtarchiv Siegen, der Geschichtswerkstatt und dem Aktiven Museum zusammengestellt. Sie ist geeignet, das Thema Erster Weltkrieg am Beispiel der Siegener Region zu veranschaulichen und zu vertiefen.

Die Ausstellung beschäftigt sich in der ersten Abteilung mit dem Kriegsbeginn im Sommer 1914 („Augusterlebnis“) und der Instrumentalisierung von Kindern und Jugendlichen für die „Heimatfront“. Die zweite Abteilung ist dem Thema „Front und Heimatfront“ gewidmet. Dort wird das Lazarettwesen in Siegen, das Schicksal Siegener Soldaten an West- und Ostfront sowie das Beispiel des Siegener „Kriegshelden“ Heinrich Gontermann erläutert. Außerdem ist hier in einem knapp zehnminütigen Dokumentarfilm die Geschichte der Abiturklasse 1914 des Siegener Jungengymnasiums zu sehen. In der dritten Abteilung wird das Schicksal jüdischer Soldaten aus dem Raum Siegen an mehreren Einzelbeispielen dargestellt. Den Abschluss bildet eine multimediale Präsentation über die Form des Gedenkens an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs im Altkreis Siegen.

Siegener Forum

Buchumschlag zur aktuellen Publikation von Jacob Saß. Vorlage: Stadtarchiv Siegen

Jakob Saß, Berlin:

Vom Bäcker zum KZ-Kommandanten: Die „erstaunliche“ SS-Karriere des Hachenburgers Adolf Haas

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird am 19. Januar 2017 um 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter die Karriere des 1893 in Siegen geborenen und in Hachenburg aufgewachsenen Adolf Haas im Zeitalter des Nationalsozialismus nachgezeichnet. Haas gilt als einer der bekanntesten Nationalsozialisten des Westerwaldes – als skrupelloser SS-Handlanger und Massenmörder, der als KZ-Kommandant in Wewelsburg (Niederhagen) und Bergen-Belsen mindestens 3026 Menschenleben auf dem Gewissen hat. Doch wie konnte ein einfacher Hachenburger Bäcker mit einer schlechten Schulbildung so weit in Heinrich Himmlers elitärer SS aufsteigen? Welche Eigenschaften waren ausschlaggebend? War Haas ein überzeugter „Judenfresser“ oder „nur“ ein bequemlicher Mitläufer, der begabte Häftlinge sogar schützte und sich dafür von ihnen Kunstobjekte anfertigen ließ? Siegener Forum weiterlesen

Siegener Beiträge

Das ultimative Weihnachtsgeschenk:

Der 21. Band der Siegener Beiträge.

Ab wann ist der Band wo erhältlich: Ab sofort,  8. Dezember 2016, kann der Band natürlich bei der Geschichtswerkstatt Siegen und im Stadtarchiv Siegen, aber auch in allen gut sortierten Buchhandlungen der Region erworben werden. Preis: 20 Euro

Das ultimative Weihnachtsgeschenk!

Siegener Forum

Dr. Bernd D. Plaum (Freudenberg):

Holzhausen – ein etwas anderes Siegerländer Dorf?

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird der Regionalhistoriker Dr. Bernd D. Plaum am 8. Dezember 2016 im Stadtarchiv Siegen die Geschichte des Ortes Holzhausen im Hickengrund seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert nachzeichnen. An ausgewählten historischen Beispielen veranschaulicht er die besonderen Eigenarten des Dorfes in der Gemeinde Burbach im Verhältnis zu anderen Ortschaften des Siegerlandes bis zur kommunalen Gebietsreform in den 1960er Jahren. Es ist wohl auch der Nähe zur hessisch-westfälischen Landesgrenze geschuldet, dass sich hier in den vergangenen zwei Jahrhunderten ganz eigene wirtschaftliche und politische Ausprägungen entwickeln konnten. Siegener Forum weiterlesen

Literatur

cover-brachthaeuser-kriegsschule400. Jubiläum der Siegener Ritter- und Kriegsschule

Die 1616 von Johann VII. Graf zu Nassau-Siegen (1561-1623) im Oberen Schloss zu Siegen gegründete „Ritter- und Kriegsschule“ wird vielfach als eine der ältesten Militärakademien der Welt bezeichnet. Christian Brachthäuser vom Stadtarchiv Siegen widmet sich anlässlich des 400. Gründungsjubiläums in seinem neuen Buch „Wie sich ein Fürst zum Krieg soll rüsten“ den Umständen, die zur Errichtung der Bildungsanstalt führten. Er sieht die die Etablierung der Schule […] im Zusammenhang mit zwei wichtigen Ereignissen am Ende des 16. Jahrhunderts: Zunächst war es ab 1568 unter Wilhelm I. Prinz von Oranien, dem Onkel Johanns VII., zur Erhebung gegen die spanische Obrigkeit in den Niederlanden gekommen. Der militärische Konflikt forderte und förderte den Einsatz neuester Waffentechniken, Kriegstaktiken und Führungsstrategien. Gemeinsam mit seinem Cousin Moritz von Oranien (1567-1625) initiierte Johann VII. die oranische Heeresreform, zu deren Erfolg auch die Siegener Institution einen wichtigen Beitrag leisten sollte. „Den Absolventen aus Adelskreisen sollte ein exklusives Lehrprogramm geboten werden. Hohe Fakultäten wie Religion, Philosophie und Ethik wurden zwar auch berücksichtigt, im Mittelpunkt der standesgemäßen Ausbildung standen jedoch zweifelsohne militärische Lehrinhalte“, so Christian Brachthäuser. In Theorie und Praxis wurden die „Kriegsschüler“, wie der Siegener Landesherr und sein erster Kriegsschuldirektor Johann Jacobi von Wallhausen (ca. 1580-1627) die Rekruten bezeichneten, in den Künsten der Artillerie und Kavallerie unterwiesen. Die Studenten erhielten Reitunterricht und erlernten den Umgang mit verschiedenartigen Waffengattungen. Das Verhalten bei Belagerungen und Feldzügen wurde ebenso einstudiert wie ein straffes Exerzierreglement. Literatur weiterlesen

Siegener Forum

Johann VII. „der Mittlere“ Graf zu Nassau-Siegen (1561-1623). Vorlage: Stadtarchiv Siegen
Johann VII. „der Mittlere“ Graf zu Nassau-Siegen (1561-1623). Vorlage: Stadtarchiv Siegen

Prof. Dr. Holger Thomas Gräf (Marburg):

Johann VII. Graf zu Nassau-Siegen (1561-1623) und die Gründung der Siegener „Kriegsschule“ im Jahre 1616

Die von dem Siegener Landesherr Johann VII. „der Mittlere“ Graf zu Nassau-Siegen (1561-1623) im Jahre 1616 gegründete Kriegsschule in Siegen wird häufig als eine der ältesten Militärakademien weltweit beschrieben. Anlässlich der 400. Wiederkehr des Gründungsjahrs freuen sich die Organisatoren der Vortragsreihe „Siegener Forum“ sehr, am 17. November 2016 um 18.30 Uhr im KrönchenCenter einen hochkarätigen Referenten präsentieren zu können. Der Landeshistoriker Prof. Dr. Holger Thomas Gräf von der Universität Marburg wird sich intensiv mit dem Begründer der Dynastie Nassau-Siegen auseinandersetzen und die Umstände, die zur Etablierung der Siegener Kriegsschule beitrugen, dokumentieren. Der Vortrag soll diese Institution in den Zeithorizont einbinden und vor dem Hintergrund der damals verbreitet eingerichteten Ritterakademien betrachten. Dazu wird der Referent neben dem geistesgeschichtlichen Kontext die spezifische Situation Johanns VII. als regierender Graf in seinem Territorium sowie seine Politik im Schnittfeld von regionalen Herrschaftsinteressen und den zunehmenden konfessionellen Konflikten des 17. Jahrhunderts betrachten. Siegener Forum weiterlesen

Siegener Forum

Die aktuelle Publikation von Dr. Ulf Lückel. Vorlage: Dr. Ulf Lückel
Die aktuelle Publikation von Dr. Ulf Lückel. Vorlage: Dr. Ulf Lückel

Dr. Ulf Lückel (Marburg):

Adel und Frömmigkeit im 18. Jahrhundert in Wittgenstein

Dr. Ulf Lückel thematisiert in seinem Vortrag die einzigartige Konstellation in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Wittgensteiner Raum, als das gräfliche Haus zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg mit großem Engagement die neuen religiösen Bewegungen unterstützte. Besonders Gräfin Hedwig Sophie zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (1669-1738) und ihr Sohn Graf Casimir (1687-1741) traten als tolerante Garanten den pietistischen Strömungen gegenüber auf. Graf Casimir übernahm gar etliche „Halleschen Reformen“ des Pädagogen, Theologen und Pietisten August Hermann Francke (1663-1727). Auf diese Weise schuf er in seinen Territorien ein „Klein Halle an der Odeborn“. Siegener Forum weiterlesen