Siegener Forum

Die Gastwirtschaft Frank in Holzhausen auf einer Postkarte datiert 25. März 1919 (Stadtarchiv Siegen).
Die Gastwirtschaft Frank in Holzhausen auf einer Postkarte datiert 25. März 1919 (Stadtarchiv Siegen).

Dr. Bernd D. Plaum (Freudenberg):

Holzhausen – ein etwas anderes Siegerländer Dorf?

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird der Regionalhistoriker Dr. Bernd D. Plaum am 8. Dezember 2016 im Stadtarchiv Siegen die Geschichte des Ortes Holzhausen im Hickengrund seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert nachzeichnen. An ausgewählten historischen Beispielen veranschaulicht er die besonderen Eigenarten des Dorfes in der Gemeinde Burbach im Verhältnis zu anderen Ortschaften des Siegerlandes bis zur kommunalen Gebietsreform in den 1960er Jahren. Es ist wohl auch der Nähe zur hessisch-westfälischen Landesgrenze geschuldet, dass sich hier in den vergangenen zwei Jahrhunderten ganz eigene wirtschaftliche und politische Ausprägungen entwickeln konnten. Siegener Forum weiterlesen

Literatur

cover-brachthaeuser-kriegsschule400. Jubiläum der Siegener Ritter- und Kriegsschule

Die 1616 von Johann VII. Graf zu Nassau-Siegen (1561-1623) im Oberen Schloss zu Siegen gegründete „Ritter- und Kriegsschule“ wird vielfach als eine der ältesten Militärakademien der Welt bezeichnet. Christian Brachthäuser vom Stadtarchiv Siegen widmet sich anlässlich des 400. Gründungsjubiläums in seinem neuen Buch „Wie sich ein Fürst zum Krieg soll rüsten“ den Umständen, die zur Errichtung der Bildungsanstalt führten. Er sieht die die Etablierung der Schule […] im Zusammenhang mit zwei wichtigen Ereignissen am Ende des 16. Jahrhunderts: Zunächst war es ab 1568 unter Wilhelm I. Prinz von Oranien, dem Onkel Johanns VII., zur Erhebung gegen die spanische Obrigkeit in den Niederlanden gekommen. Der militärische Konflikt forderte und förderte den Einsatz neuester Waffentechniken, Kriegstaktiken und Führungsstrategien. Gemeinsam mit seinem Cousin Moritz von Oranien (1567-1625) initiierte Johann VII. die oranische Heeresreform, zu deren Erfolg auch die Siegener Institution einen wichtigen Beitrag leisten sollte. „Den Absolventen aus Adelskreisen sollte ein exklusives Lehrprogramm geboten werden. Hohe Fakultäten wie Religion, Philosophie und Ethik wurden zwar auch berücksichtigt, im Mittelpunkt der standesgemäßen Ausbildung standen jedoch zweifelsohne militärische Lehrinhalte“, so Christian Brachthäuser. In Theorie und Praxis wurden die „Kriegsschüler“, wie der Siegener Landesherr und sein erster Kriegsschuldirektor Johann Jacobi von Wallhausen (ca. 1580-1627) die Rekruten bezeichneten, in den Künsten der Artillerie und Kavallerie unterwiesen. Die Studenten erhielten Reitunterricht und erlernten den Umgang mit verschiedenartigen Waffengattungen. Das Verhalten bei Belagerungen und Feldzügen wurde ebenso einstudiert wie ein straffes Exerzierreglement. Literatur weiterlesen

Siegener Forum

Johann VII. „der Mittlere“ Graf zu Nassau-Siegen (1561-1623). Vorlage: Stadtarchiv Siegen
Johann VII. „der Mittlere“ Graf zu Nassau-Siegen (1561-1623). Vorlage: Stadtarchiv Siegen

Prof. Dr. Holger Thomas Gräf (Marburg):

Johann VII. Graf zu Nassau-Siegen (1561-1623) und die Gründung der Siegener „Kriegsschule“ im Jahre 1616

Die von dem Siegener Landesherr Johann VII. „der Mittlere“ Graf zu Nassau-Siegen (1561-1623) im Jahre 1616 gegründete Kriegsschule in Siegen wird häufig als eine der ältesten Militärakademien weltweit beschrieben. Anlässlich der 400. Wiederkehr des Gründungsjahrs freuen sich die Organisatoren der Vortragsreihe „Siegener Forum“ sehr, am 17. November 2016 um 18.30 Uhr im KrönchenCenter einen hochkarätigen Referenten präsentieren zu können. Der Landeshistoriker Prof. Dr. Holger Thomas Gräf von der Universität Marburg wird sich intensiv mit dem Begründer der Dynastie Nassau-Siegen auseinandersetzen und die Umstände, die zur Etablierung der Siegener Kriegsschule beitrugen, dokumentieren. Der Vortrag soll diese Institution in den Zeithorizont einbinden und vor dem Hintergrund der damals verbreitet eingerichteten Ritterakademien betrachten. Dazu wird der Referent neben dem geistesgeschichtlichen Kontext die spezifische Situation Johanns VII. als regierender Graf in seinem Territorium sowie seine Politik im Schnittfeld von regionalen Herrschaftsinteressen und den zunehmenden konfessionellen Konflikten des 17. Jahrhunderts betrachten. Siegener Forum weiterlesen

Siegener Forum

Die aktuelle Publikation von Dr. Ulf Lückel. Vorlage: Dr. Ulf Lückel
Die aktuelle Publikation von Dr. Ulf Lückel. Vorlage: Dr. Ulf Lückel

Dr. Ulf Lückel (Marburg):

Adel und Frömmigkeit im 18. Jahrhundert in Wittgenstein

Dr. Ulf Lückel thematisiert in seinem Vortrag die einzigartige Konstellation in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Wittgensteiner Raum, als das gräfliche Haus zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg mit großem Engagement die neuen religiösen Bewegungen unterstützte. Besonders Gräfin Hedwig Sophie zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (1669-1738) und ihr Sohn Graf Casimir (1687-1741) traten als tolerante Garanten den pietistischen Strömungen gegenüber auf. Graf Casimir übernahm gar etliche „Halleschen Reformen“ des Pädagogen, Theologen und Pietisten August Hermann Francke (1663-1727). Auf diese Weise schuf er in seinen Territorien ein „Klein Halle an der Odeborn“. Siegener Forum weiterlesen

Siegener Forum

Titelseite der Originalausgabe von Stahlschmidts Reisebericht von 1799 (Vorlage: Thomas Ijewski)
Titelseite der Originalausgabe von Stahlschmidts Reisebericht von 1799 (Vorlage: Thomas Ijewski)

Thomas Ijewski (Freudenberg):

Johann Christian Stahlschmidt (1740-1826) und seine „Pilgerreise zu Wasser und zu Lande“ (1799)

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ beschäftigt sich Pastor Thomas Ijewski mit Stahlschmidts „Pilgerreise“ nach Asien. Johann Christian Stahlschmidt wurde 1740 in Freudenberg geboren. Er hatte Kontakt zu frommen Kreisen, die abseits der Kirche standen. Darüber kam es zum Streit mit seinem Vater, und der 19jährige floh aus seinem Elternhaus. In Amsterdam heuerte er auf einem Segelschiff an und reiste nach Südostasien, Indien und China. Dort ritt er auf Elefanten, beobachtete Hindu-Prozessionen und überlebte Stürme und sogar eine Meuterei. Später lebte er als Prediger in Nordamerika. Zwischenzeitlich knüpfte er enge Kontakte zu dem Mystiker und Kirchenlieddichter Gerhard Tersteegen (1697-1769), baute Webstühle und Globen und gründete mit anderen die Elberfelder Missionsgesellschaft. Sein 1799 erschienenes Buch „Die Pilgerreise zu Wasser und zu Lande“ wurde zu einem europäischen Bestseller der Erweckungsbewegung, mit Ausgaben auf Niederländisch und Englisch. Siegener Forum weiterlesen

Geschichtswerkstatt Siegen

In eigener Sache:

Jahreshauptversammlung und

Ausstellung „Siegen an der Heimatfront“

Etwas verspätet fand jetzt die Jahreshauptversammlung der Geschichtswerkstatt Siegen – Arbeitskreis für Regionalgeschichte e.V. für das Jahr 2015 statt. In Abwesenheit des Vorsitzenden Dr. Bernd D. Plaum erklärte der stellvertretende Vorsitzende Ludwig Burwitz den zahlreich erschienenen Mitgliedern die Verzögerung mit der Beanspruchung des Vereins durch die Organisation der Ausstellung „Siegen an der Heimatfront 1914-1918: Weltkriegsalltag in der Provinz“. In seinem Rechenschaftsbericht würdigte der Vorstand neben anderen Aktivitäten insbesondere die Herausgabe des 20. Jahrbuches „Siegener Beiträge“, das wegen der Vielfalt zum Teil wenig bekannter Themen im vergangenen Herbst besonders guten Zuspruch durch die Interessierten an der Regionalgeschichte erfahren habe.

Aufgrund der langjährigen Vorbereitungen nahm natürlich der Bericht über die soeben mit großem Erfolg zu Ende gegangene Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im Siegerlandmuseum einen besonders breiten Raum ein. Geschichtswerkstatt Siegen weiterlesen

Louis Ernst im Deutsch-Österreichischen Krieg 1866

Die Granaten flogen höllisch.“

Rechtzeitig zum 150. Jahrestag der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 ist jetzt eine Publikation erschienen, die die Erlebnisse des Siegener Bürgers Dr. Louis Ernst während des Deutsch-Österreichischen Krieges zum Inhalt hat. Das Buch mit dem Titel „Der Deutsche Krieg von 1866. Die Feldpostbriefe des Soldaten Louis Ernst“ wurde mit Unterstützung der Geschichtswerkstatt Siegen e.V. erstellt. Louis Ernst im Deutsch-Österreichischen Krieg 1866 weiterlesen

Ausstellung: „Siegen an der Heimatfront“

Endspurt! Zusätzliche Führungen durch die Ausstellung „Siegen an der Heimatfront 1914-1918: Weltkriegsalltag in der Provinz“ am 18. und 19. Mai 2016

Aufgrund der regen Nachfrage von Seiten der Besucher werden am kommenden Samstag, den 18. Juni 2016, und Sonntag, den 19. Juni 2016, letztmalig öffentliche Führungen durch die Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss angeboten! Infolge der positiven Resonanz laden Geschichtswerkstatt Siegen e.V. und Stadtarchiv Siegen zum Endspurt sehr herzlich ein. An beiden Tagen werden jeweils um 11 Uhr und um 14 Uhr zusätzliche öffentliche Führungen angeboten. Dabei geben die Ausstellungsmacher einen informativen Einblick in das Leben an der Siegerländer „Heimatfront“ unter dem Eindruck der globalen „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Eine Anmeldung für die Teilnahme an einer öffentlichen Führung ist übrigens nicht erforderlich! Neben dem regulären Eintrittspreis an der Museumskasse wird ein zusätzliches Entgelt von 1,50 € erhoben. Treffpunkt ist jeweils das Foyer an der Museumskasse.

Siegener Forum

Dr. Ulrich F. Opfermann / Joe Mertens:

Regionales Personenlexikon zum Nationalsozialismus in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein

Mit einem zeitgeschichtlichen Thema setzt sich die nächste Veranstaltung der Vortragsreihe „Siegener Forum“ am Donnerstag, 16.06.2016, 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter auseinander. Der Regionalhistoriker Ulrich F. Opfermann wird dann zusammen mit Joe Mertens das im Internet verfügbare Personenlexikon zum Nationalsozialismus in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein anhand von Beispielen vorstellen (Link siehe unten).

Zu den am besten erforschten Themen der Zeitgeschichte dürfte der Nationalsozialismus gehören, allerdings auf der Ebene der allgemeinen Geschichte. Im Bereich der regionalen Geschichtsforschung sieht das anders aus, zumal dann, wenn es um die große Vielfalt der Akteure geht, die ihm begeistert, freundlich oder auch nur aus einem eigenem privaten Interesse zuarbeiteten. Dazu gibt es seit einiger Zeit im Internet und bezogen auf den heutigen Kreis Siegen-Wittgenstein ein Regionales Personenlexikon. Es umfasst etwa 2.000 Biografien, die der Region zuzuordnen sind. Es geht um Handlungsträger mit besonderer Bedeutung im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Leben, um Personen mit Ausstrahlungskraft, sei es im Dorf oder in der Stadt, sei es im Beruf, im Sport oder anderweitig im vielfältigen damaligen Vereinsleben. Siegener Forum weiterlesen

Siegener Forum

Der Vereinslazarettzug T3 auf einer Postkarte von 1916. (Vorlage: Stadtarchiv Siegen)
Der Vereinslazarettzug T3 auf einer Postkarte von 1916. (Vorlage: Stadtarchiv Siegen)

Christian Brachthäuser (Stadtarchiv Siegen)

Fronterlebnis und Krankenfürsorge: Der Vereinslazarettzug T3 Stadt und Kreis Iserlohn, Altena, Olpe und Siegen im Ersten Weltkrieg

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird Christian Brachthäuser vom Stadtarchiv Siegen am Donnerstag, den 19. Mai 2016, über die Versorgung schwer verwundeter Kriegsteilnehmer in der Etappe und an der „Heimatfront“ in Stadt und Land Siegen vor einhundert Jahren referieren. Im Vordergrund seines Multimedia-Vortrags, der parallel zu der momentanen Ausstellung „Siegen an der Heimatfront 1914-1918: Weltkriegsalltag in der Provinz“ im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss stattfindet, stehen Problemfelder und Konfliktsituationen an Bord von Lazarettzügen, wie die rollenden Hospitäler im Heeressanitätsdienst bezeichnet wurden. Christian Brachthäuser: „Es waren Lazarettzüge wie der T3, die den Schrecken der vermeintlich weit entfernten Schlachtfelder direkt auch in unsere Region brachten und der Bevölkerung schonungslos den Ersten Weltkrieg vor Augen hielten. Die schweren Verwundungen, Verstümmelungen und Erkrankungen der nach Siegen gebrachten Soldaten werden auch vielen Zivilisten nicht entgangen sein“. Siegener Forum weiterlesen