Siegener Forum

Titelseite der Originalausgabe von Stahlschmidts Reisebericht von 1799 (Vorlage: Thomas Ijewski)
Titelseite der Originalausgabe von Stahlschmidts Reisebericht von 1799 (Vorlage: Thomas Ijewski)

Thomas Ijewski (Freudenberg):

Johann Christian Stahlschmidt (1740-1826) und seine „Pilgerreise zu Wasser und zu Lande“ (1799)

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ beschäftigt sich Pastor Thomas Ijewski mit Stahlschmidts „Pilgerreise“ nach Asien. Johann Christian Stahlschmidt wurde 1740 in Freudenberg geboren. Er hatte Kontakt zu frommen Kreisen, die abseits der Kirche standen. Darüber kam es zum Streit mit seinem Vater, und der 19jährige floh aus seinem Elternhaus. In Amsterdam heuerte er auf einem Segelschiff an und reiste nach Südostasien, Indien und China. Dort ritt er auf Elefanten, beobachtete Hindu-Prozessionen und überlebte Stürme und sogar eine Meuterei. Später lebte er als Prediger in Nordamerika. Zwischenzeitlich knüpfte er enge Kontakte zu dem Mystiker und Kirchenlieddichter Gerhard Tersteegen (1697-1769), baute Webstühle und Globen und gründete mit anderen die Elberfelder Missionsgesellschaft. Sein 1799 erschienenes Buch „Die Pilgerreise zu Wasser und zu Lande“ wurde zu einem europäischen Bestseller der Erweckungsbewegung, mit Ausgaben auf Niederländisch und Englisch. Siegener Forum weiterlesen

Geschichtswerkstatt Siegen

In eigener Sache:

Jahreshauptversammlung und

Ausstellung „Siegen an der Heimatfront“

Etwas verspätet fand jetzt die Jahreshauptversammlung der Geschichtswerkstatt Siegen – Arbeitskreis für Regionalgeschichte e.V. für das Jahr 2015 statt. In Abwesenheit des Vorsitzenden Dr. Bernd D. Plaum erklärte der stellvertretende Vorsitzende Ludwig Burwitz den zahlreich erschienenen Mitgliedern die Verzögerung mit der Beanspruchung des Vereins durch die Organisation der Ausstellung „Siegen an der Heimatfront 1914-1918: Weltkriegsalltag in der Provinz“. In seinem Rechenschaftsbericht würdigte der Vorstand neben anderen Aktivitäten insbesondere die Herausgabe des 20. Jahrbuches „Siegener Beiträge“, das wegen der Vielfalt zum Teil wenig bekannter Themen im vergangenen Herbst besonders guten Zuspruch durch die Interessierten an der Regionalgeschichte erfahren habe.

Aufgrund der langjährigen Vorbereitungen nahm natürlich der Bericht über die soeben mit großem Erfolg zu Ende gegangene Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im Siegerlandmuseum einen besonders breiten Raum ein. Geschichtswerkstatt Siegen weiterlesen

Louis Ernst im Deutsch-Österreichischen Krieg 1866

Die Granaten flogen höllisch.“

Rechtzeitig zum 150. Jahrestag der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 ist jetzt eine Publikation erschienen, die die Erlebnisse des Siegener Bürgers Dr. Louis Ernst während des Deutsch-Österreichischen Krieges zum Inhalt hat. Das Buch mit dem Titel „Der Deutsche Krieg von 1866. Die Feldpostbriefe des Soldaten Louis Ernst“ wurde mit Unterstützung der Geschichtswerkstatt Siegen e.V. erstellt. Louis Ernst im Deutsch-Österreichischen Krieg 1866 weiterlesen

Ausstellung: „Siegen an der Heimatfront“

Endspurt! Zusätzliche Führungen durch die Ausstellung „Siegen an der Heimatfront 1914-1918: Weltkriegsalltag in der Provinz“ am 18. und 19. Mai 2016

Aufgrund der regen Nachfrage von Seiten der Besucher werden am kommenden Samstag, den 18. Juni 2016, und Sonntag, den 19. Juni 2016, letztmalig öffentliche Führungen durch die Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss angeboten! Infolge der positiven Resonanz laden Geschichtswerkstatt Siegen e.V. und Stadtarchiv Siegen zum Endspurt sehr herzlich ein. An beiden Tagen werden jeweils um 11 Uhr und um 14 Uhr zusätzliche öffentliche Führungen angeboten. Dabei geben die Ausstellungsmacher einen informativen Einblick in das Leben an der Siegerländer „Heimatfront“ unter dem Eindruck der globalen „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Eine Anmeldung für die Teilnahme an einer öffentlichen Führung ist übrigens nicht erforderlich! Neben dem regulären Eintrittspreis an der Museumskasse wird ein zusätzliches Entgelt von 1,50 € erhoben. Treffpunkt ist jeweils das Foyer an der Museumskasse.

Siegener Forum

Dr. Ulrich F. Opfermann / Joe Mertens:

Regionales Personenlexikon zum Nationalsozialismus in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein

Mit einem zeitgeschichtlichen Thema setzt sich die nächste Veranstaltung der Vortragsreihe „Siegener Forum“ am Donnerstag, 16.06.2016, 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter auseinander. Der Regionalhistoriker Ulrich F. Opfermann wird dann zusammen mit Joe Mertens das im Internet verfügbare Personenlexikon zum Nationalsozialismus in den Altkreisen Siegen und Wittgenstein anhand von Beispielen vorstellen (Link siehe unten).

Zu den am besten erforschten Themen der Zeitgeschichte dürfte der Nationalsozialismus gehören, allerdings auf der Ebene der allgemeinen Geschichte. Im Bereich der regionalen Geschichtsforschung sieht das anders aus, zumal dann, wenn es um die große Vielfalt der Akteure geht, die ihm begeistert, freundlich oder auch nur aus einem eigenem privaten Interesse zuarbeiteten. Dazu gibt es seit einiger Zeit im Internet und bezogen auf den heutigen Kreis Siegen-Wittgenstein ein Regionales Personenlexikon. Es umfasst etwa 2.000 Biografien, die der Region zuzuordnen sind. Es geht um Handlungsträger mit besonderer Bedeutung im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Leben, um Personen mit Ausstrahlungskraft, sei es im Dorf oder in der Stadt, sei es im Beruf, im Sport oder anderweitig im vielfältigen damaligen Vereinsleben. Siegener Forum weiterlesen

Siegener Forum

Der Vereinslazarettzug T3 auf einer Postkarte von 1916. (Vorlage: Stadtarchiv Siegen)
Der Vereinslazarettzug T3 auf einer Postkarte von 1916. (Vorlage: Stadtarchiv Siegen)

Christian Brachthäuser (Stadtarchiv Siegen)

Fronterlebnis und Krankenfürsorge: Der Vereinslazarettzug T3 Stadt und Kreis Iserlohn, Altena, Olpe und Siegen im Ersten Weltkrieg

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird Christian Brachthäuser vom Stadtarchiv Siegen am Donnerstag, den 19. Mai 2016, über die Versorgung schwer verwundeter Kriegsteilnehmer in der Etappe und an der „Heimatfront“ in Stadt und Land Siegen vor einhundert Jahren referieren. Im Vordergrund seines Multimedia-Vortrags, der parallel zu der momentanen Ausstellung „Siegen an der Heimatfront 1914-1918: Weltkriegsalltag in der Provinz“ im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss stattfindet, stehen Problemfelder und Konfliktsituationen an Bord von Lazarettzügen, wie die rollenden Hospitäler im Heeressanitätsdienst bezeichnet wurden. Christian Brachthäuser: „Es waren Lazarettzüge wie der T3, die den Schrecken der vermeintlich weit entfernten Schlachtfelder direkt auch in unsere Region brachten und der Bevölkerung schonungslos den Ersten Weltkrieg vor Augen hielten. Die schweren Verwundungen, Verstümmelungen und Erkrankungen der nach Siegen gebrachten Soldaten werden auch vielen Zivilisten nicht entgangen sein“. Siegener Forum weiterlesen

Ausstellung: „Siegen an der Heimatfront“

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung „Siegen an der „Heimatfront“ 1914-1918: Weltkriegsalltag in der Provinz“ im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss.

Nach der erfolgreichen Eröffnung der Ausstellung zum Ersten Weltkrieg am 17. April 2016 im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss laden die Organisatoren recht herzlich zu öffentlichen Führungen ein! Folgende Termine stehen jeweils um 14.00 Uhr beginnend zur Auswahl:

Donnerstag, 5. Mai 2016

Sonntag, 8. Mai 2016

Sonntag, 15. Mai 2016

Sonntag, 29. Mai 2016

Sonntag, 5. Juni 2016

Sonntag, 12. Juni 2016

Sonntag, 19. Juni 2016 Ausstellung: „Siegen an der Heimatfront“ weiterlesen

„Siegen an der ‚Heimatfront‘ 1914-1918“

Buchung und Reservierung von Gruppenführungen

Für die Ausstellung „Siegen an der ‚Heimatfront‘. 1914-1918: Weltkriegsalltag in der Provinz“, die vom 17. April bis 19. Juni 2016 im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss gezeigt wird, können ab sofort auch Gruppenführungen gebucht werden! Für Rückfragen und Reservierungen steht Herr Christian Brachthäuser vom Stadtarchiv Siegen unter der Rufnummer 0271 / 404-3090 oder per Mail c.brachthaeuser@siegen.de zur Verfügung.

Die Veranstalter (Geschichtswerkstatt Siegen e.V. und Stadtarchiv Siegen) weisen aus gegebenem Anlass darauf hin, dass alle Gruppen und Schulklassen unabhängig von einer getätigten Buchung den Eintrittspreis direkt an der Museumskasse zu entrichten haben. Der ermäßigte Eintrittspreis für Kinder, Jugendliche, Studenten bis 26 Jahre sowie Besitzer/innen der Jugendleiterkarte (JuLeiKa) und des Schwerbehindertenausweises beträgt in Gruppen ab 10 Personen 1,00 € pro Person, für Erwachsene 2,50 € pro Person. Zusätzlich zu dem ermäßigten Museumseintritt wird eine Pauschale für die bestellten Führungen erhoben, die bar bei der jeweiligen Ausstellungsführerin bzw. bei dem jeweiligen Ausstellungsführer zu bezahlen ist. Das Honorar für Führungen von Schulklassen beträgt 30,00 €, für Erwachsenengruppen 50,00 €.

Aus organisatorischen Gründen können im Rahmen der Öffnungszeiten des Siegerlandmuseums im Oberen Schloss (dienstags bis sonntags 10.00 – 17.00 Uhr, Montag geschlossen) maximal vier Führungen pro Tag angeboten werden. Die Sonderöffnungszeiten zu Christi Himmelfahrt, Fronleichnam und Pfingsten sind auf der Website des Siegerlandmuseums unter www.siegerlandmuseum.de zu entnehmen.

Ausstellung „Heimatfront 1914-1918“

„Was lange währt, wird endlich gut“ – dieser Satz dürfte auch für die Ausstellung „Siegen an der Heimatfront 1914-1918: Weltkriegsalltag in der Provinz“ gelten, die von Geschichtswerkstatt Siegen e.V. und dem Stadtarchiv Siegen gemeinsam vom 17. April bis 19. Juni 2016 im Siegerlandmuseum im Oberen Schlosses zu Siegen gezeigt wird.

Nachdem Finanzierungs- und Raumfragen geklärt sind, stehen die Ausstellungsmacher nun in den Startlöchern. Das große öffentliche Interesse und die Vielzahl der zur Verfügung gestellten Exponate führen dazu, dass das gesamte Projekt inhaltlich weiter gefasst werden kann. Die Exponate stammen größtenteils von Privatpersonen aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein. Gemeinsam mit Plakaten, Flugblättern, Karten, Fotografien, Dokumenten und Zeitungen aus den Beständen des Stadtarchivs Siegen und anderer Kultureinrichtungen unserer Region bilden sie die Basis für die Ausstellung.

Auszug des Reserve-Infanterieregiment 81 während der Mobilmachung im August 1914 (Vorlage: Stadtarchiv Siegen)
Auszug des Reserve-Infanterieregiment 81 während der Mobilmachung im August 1914 (Vorlage: Stadtarchiv Siegen)

In der Ausstellung werden die verschiedenen Realitätsebenen und Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf das öffentliche Leben am Beispiel von Stadt und Land Siegen publikumswirksam dokumentiert. „Das Raumangebot im Siegerlandmuseum ist hervorragend geeignet, um die Themenschwerpunkte für alle Altersgruppen attraktiv zu veranschaulichen“, so die Veranstalter. Die Visualisierungsebenen umfassen fünf Stationen: Angefangen von der Mobilmachung bis zum Kriegsende und der Novemberrevolution von 1918.

Daneben werden die Wahrnehmungsebenen von Kindern, Jugendlichen, Frauen und Männern dargestellt. Frühzeitig durch die Kriegspropaganda gedrillt, wurde selbst die heranwachsende Generation in jungen Jahren instrumentalisiert und auf den „Großen Vaterländischen Krieg“ vorbereitet. Der Eintritt in militärische Jugendverbände oder Schulausfall durch Laubheusammlungen in den heimischen Wäldern waren die Folge.

Granatdreherin Fa. Oechelhäuser 1917, 600dpi_klein
Fabrikarbeiterin in der Granatenproduktion der Firma „Siegener Maschinenbau A.G., vorm. A. u. H. Oechelhäuser“, 1917 (Vorlage: Stadtarchiv Siegen)

Auch die geschlechterspezifische Rolle der Frau wird herausgearbeitet. Während die Ehemänner in den Schützengraben ihre Leben riskierten, oblag es den Frauen u.a. in der Rüstungsindustrie, für den Broterwerb zu sorgen und die Familie mit Großeltern und Kleinkindern zu ernähren.

Eine weitere Themenstation bildet die Sektion „Männer“. Als „Kriegsheld“ wird der hochdekorierte Siegener Fliegerleutnant Heinrich Gontermann (1896-1917) porträtiert. Alltag und Konfliktsituationen in den Siegener Lazaretten und Krankenhäusern, wo Tod und Elend herrschten, werden dazu in Kontrast gesetzt. Auch an das traurige Schicksal der Kriegsgefangenen wird erinnert. Und zum Ende der Ausstellung geht es um die im Felde gefallenen „Söhne des Siegerlands“, zu deren Ehren nach Kriegsende im gesamten Kreis Siegen Ehrendenkmäler errichtet werden sollten.

„Für die Betrachter eröffnen sich dadurch unterschiedliche Perspektiven auf den Kriegsalltag an der Heimatfront im Siegerland. Die von 1914 bis 1918 zu beobachtende Änderung von Einstellungen, Empfindungen und Verhaltensweisen innerhalb der Bevölkerung belegen, dass der Erste Weltkrieg als viel näher empfunden wurde, als weithin angenommen“, betonen Geschichtswerkstatt und Stadtarchiv.