Archiv für den Monat: März 2019

Obersdorf

2018 war für die Geschichtswerkstatt ein besonders produktives Jahr. Es erschienen zwei Jahrbücher „Siegener Beiträge“ und in der Reihe „Studien zur regionalen Geschichte“ der Band 3:

In der gemeinsam von Helga Althaus und Dr. Gerhard W. Göbel herausgegebenen Ortsgeschichte ‚Obersdorf – Zur Sozialgeschichte eines Siegerländer Dorfes von 1700 bis 1930 und zur Geschichte seiner Vereine und Institutionen‘ stellen acht Autoren, alle mit einem engen Verhältnis zu Obersdorf, zahlreiche Facetten dörflichen Lebens in den Mittelpunkt der Betrachtung.

Den Auftakt dieser Ortsgeschichte bildet ein kurzes Essay zu Obersdorf und Rödgen, gefolgt von einer ausführlichen Arbeit zur demografischen und wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinden Obersdorf, Rinsdorf und Eisern von 1700 bis 1930, eingebettet in die Wirtschaftsgeschichte des Siegerlandes. In weiteren Aufsätzen werden der DRK-Ortsverein, die freiwillige Feuerwehr, Fußball- und Turnverein, Heimatverein, CVJM und Posaunenchor in ihren geschichtlichen Entwicklungen vorgestellt. Beiträge zur Kindergarten-, Schul- und Kirchengeschichte ergänzen das Bild. Abgerundet wird das Ganze durch die Illustration des alltäglichen Lebens unserer Vorfahren und die Vorstellung besonderer Ereignisse im Dorf mit mehr als 300 Bildern, Plänen und Grafiken auf über 300 Seiten.

Das Buch kann zum Preis von 29,50 € erworben werden. Bestellungen sind bei Helga Althaus (0271-3937655), Dr. Gerhard W. Göbel (02745 -8540) oder unter https://www.drgerhardgoebel.de/kontakt/ möglich. In die Hand nehmen kann man das Buch bei den genannten Herausgebern oder im Stadtarchiv. Leseproben finden sich unter https://www.drgerhardgoebel.de/leseproben/.

Siegener Forum

Dr. Jürgen Nelles, Bonn:

Der Krimi im Dritten Reich – zwischen Subversion und Stabilisation

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ geht es am Donnerstag, den 21. März 2019, um ein vielbeachtetes und keineswegs nur literarisches Thema:  Über die Bedeutung des Genres Kriminalliteratur im Nationalsozialismus.

Privatdozent Dr. Jürgen Nelles (Vorlage Nelles)

Der Vortrag zeichnet die Entwicklung des Krimis von etwa 1930 bis 1945 nach und beschreibt, wie die Nationalsozialisten der damals schon beliebten Literaturgattung zunächst nur wenig Beachtung geschenkt, dann für ihre (Propaganda-)Zwecke funktionalisiert und Krimi-Autoren schließlich instrumentalisiert haben.

Demzufolge wandelten sich im Laufe des Dritten Reiches die einschlägigen Motive, Themen und Figuren – besonders die Funktionen der jeweiligen Ermittler, Verdächtigen und „Verbrecher“. Der mit vielen historischen Fotos bebilderte Vortrag führt vor Augen, wie die damaligen politischen, sozialen und kulturellen Verhältnisse während der Nazi-Diktatur in Krimis präsentiert, ignoriert oder interpretiert, mitunter auch parodiert wurden.
Besprochen werden Kriminal- und Lebensgeschichten von zum Teil heute populären, aber auch unbekannteren Autoren wie Erich Kästner, Gerhart Hauptmann, Hermann Freyberg, Ernst Haffner, Robert Adolf Stemmle und anderen.

Der Referent Dr. Jürgen Nelles hat Germanistik, Philosophie und Pädagogik studiert. Nach seiner Promotion mit der Dissertation „Denkspiele der Poesie“ über den Hörspielmacher und Schriftsteller Paul Wühr im Jahr 1990 folgte eine Assistenzzeit an der Fernuniversität Hagen und im Jahr 2000 seine Habilitation an der Universität Bonn mit einer Studie über das Medium Buch in den Romanen des 18. und 19. Jahrhunderts. Zuletzt publizierte er ein umfangreiches Werk über den deutsch-israelischen Dichter und Holocaust-Überlebenden Tuvia Rübner. Dr. Nelles, der für zahlreiche Bildungseinrichtungen und Kulturinstitute als Referent aktiv ist, lebt und lehrt in Bonn.

Der Vortrag findet statt am Donnerstag, den 21. März 2019, um 18.30 Uhr im Gruppenarbeitsraum des Stadtarchivs Siegen, Markt 25, 57072 Siegen (KrönchenCenter, 3. Obergeschoss.). Der Eintrittspreis beträgt 3,00 Euro.