Archiv für den Monat: März 2017

Siegener Forum

Wilhelm „der Reiche“ Graf zu Nassau, Katzenelnbogen, Vianden und Diez (1487-1559). Vorlage: Stadtarchiv Siegen

Dr. Tim Elkar (Erndtebrück):

Wie die Reformation ins Siegerland kam

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird der aus Wilgersdorf stammende Pfarrer Dr. Tim Elkar von der evangelischen Kirchengemeinde Erndtebrück nachzeichnen, wie die Reformation ins Siegerland kam. Der Beitrag zum Reformationsjubiläum 2017 wird zunächst die historische Ausgangslage im Siegerland vor Einführung der Reformation erläutern und in einer vergleichenden Betrachtung darlegen, wie die kirchliche Erneuerungsbewegung in anderen Landesteilen in Westfalen abgelaufen ist. Wie der Referent ausführen wird, ist die Reformation immer prozesshaft gewesen und niemals ein rein punktuelles, singuläres Ereignis – so auch im Amt Siegen. Hier zeichnete Landesherr Wilhelm „der Reiche“ Graf zu Nassau, Katzenelnbogen, Vianden und Diez (1487-1559) als zentrale Figur für die Einführung der lutherischen Reformation verantwortlich. Auch im Siegerland war die Reformation ein religiöser Prozess aus vielen Einzelereignissen und Protagonisten. Unter Johann VI. Graf zu Nassau (1536-1606) wandte sich das Siegerland dann dem Reformiertentum zu. Pfarrer Elkar wird die Reformation jedoch nicht nur aus dem Blickwinkel der Landesherrschaft betrachten, sondern auch ihre Bedeutung für die Volksfrömmigkeit hinterfragen. Wie lässt sich die Reformation im alltäglichen Leben der Menschen nachweisen? Abschließend wird sich Pfarrer Elkar der Frage zuwenden, was nach 500 Jahren Reformation geblieben ist, und bei Bedarf gerne für eine Diskussionsrunde zur Verfügung stehen. Siegener Forum weiterlesen

Siegener Forum

Originaladresszettel an Inge Frank (oben), deportiert nach Zamosc (Vorlage: Traute Fries)

Traute Fries, Siegen:

Reise ohne Rückkehr – Erste Deportation von Siegerländer und Wittgensteiner Juden vor 75 Jahren

In der neuen Ausgabe der Vortragsreihe „Siegener Forum“ wird Traute Fries am Donnerstag, den 16. März 2017, um 18.30 Uhr im Siegener KrönchenCenter über die ersten Deportationen jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Siegerland und Wittgenstein vor 75 Jahren referieren.

Bereits am 1. März 2008 befasste sich der Workshop „Reise nach Zamosc – Reise in den Tod“ in der Dortmunder Mahn- und Gedenkstätte Steinwache mit der Aufarbeitung der Deportation von rund 800 südwestfälischen Juden Ende April/Anfang Mai 1942. Historiker, Archivare und interessierte Laien trugen Kenntnisse und Dokumente aus ihren Regionen bei. Aus Siegen nahmen Traute Fries und Klaus Dietermann, aus Bad Berleburg Gisela Weissinger teil. Das Workshop-Team hatte sich vorgenommen, nach Möglichkeit alle Namen der Deportierten sowie Fotos und Dokumente in einem Gedenkbuch zusammenzufassen. Die Recherchen ergaben, dass 768 von 791 Deportierten und Ermordeten namentlich identifiziert werden konnten. Rechtzeitig vor dem 70. Jahrestag erschien als Ergebnis der Forschungen im Januar 2012 im Klartext-Verlag das Buch „Ohne Rückkehr – die Deportation der Juden aus dem Regierungsbezirk Arnsberg nach Zamosc im April 1942“. Siegener Forum weiterlesen